Der Mini E ist das erste Elektroauto eines Premiumherstellers, das im Alltagsverkehr zum Einsatz gebracht wurde.
Eine gemeinsame Initiative der deutschen Automobilindustrie unter dem Dach des VDA.
Hier stehen unsere Unterrichtsmaterialien zum Thema Elektromobilität zum Download für Sie bereit (PDF, 567 KB).
Um Elektromobilen zum Durchbruch zu verhelfen, gilt es fünf Herausforderungen zu meistern und drei Voraussetzungen zu schaffen:
Der Vorteil eines eigenen Pkw liegt nicht nur darin, bequem von A nach B zu kommen, sondern auch darin, dies kurzfristig, ggf. spontan und auch zu beinahe jeder Wetter- und Temperaturlage zu können. Die derzeitigen Batterieladegeschwindigkeiten sind noch nicht mit dem Tanken von Benzin oder Diesel vergleichbar, schränken also die Nutzung im Alltag ein. Zudem sind Batterien und auch Brennstoffzellen temperaturempfindlicher als Diesel- oder Ottomotoren, auch wenn mittlerweile auch bei FCEV Starts bei -20°C erwiesen wurden. Die Alltagstauglichkeit eines EV bemisst sich auch in dem Raum, den Batterie oder Wasserstofftank einnehmen: ein Fahrzeug, das entweder die Zahl der Passagiere oder die Belademöglichkeit massiv einschränkt, wird kaum marktfähig sein – dies ist besonders bei kleineren Fahrzeugen ein Thema. Hier arbeitet die Automobilindustrie an der Reduktion des benötigten Raums sowie an schnelleren Ladezyklen.
Um vom Kunden akzeptiert zu werden, braucht ein EV eine dem heutigen Fahrzeug vergleichbare Reichweite. Denn auch wenn beispielsweise 80% der Fahrleistung auf dem relativ kurzen Weg zur Arbeit erbracht werden, so möchte der Kunde doch auch mit dem Wagen die 20% längeren Strecken zurücklegen können. Die bisher erzielten Batteriespeicherkapazitäten reichen für diese Anwendung noch nicht aus, so dass sich die deutschen Automobilhersteller u.a. mit Range Extendern, also seriellen Hybridfahrzeugen behelfen. (FCEV wiederum bieten dem Verbrennungsmotor vergleichbare Reichweiten.) Die Industrie forscht mit Hochdruck an der Erhöhung der Reichweite – sowohl der Lithium-Ionen-Technologie als auch möglichen Nachfolgelösungen.
Fährt man für zwei Wochen in den Urlaub und lässt das Auto zuhause stehen, wäre es ärgerlich, wenn ein Teil der Energie (also die Ladung des Akkus oder die Befüllung des Wasserstofftanks) verschwunden wäre. Li-Ion-Akkus haben bereits im Gegensatz zu NiMh-Akkus eine sehr geringe Selbstendladung und keinen Memory-Effekt. Doch auch die Haltbarkeit einer Batterie muss der durchschnittlichen Lebensdauer eines Fahrzeugs entsprechen, zumal sie eines der teuersten Bauteile eines BEV ausmacht. Dies betrifft nicht nur die Technik der Batterie selbst, sondern auch unter den Bedingungen des Einsatzes im rauen Alltag. Gleiches gilt für den flüchtigen Wasserstoff, der zudem auch zur Lagerung gekühlt sein muss: die Lagerung selbst bedarf also Energie. Hier müssen wir zu akzeptablen Werten kommen.
Lithium ist ein hochreaktives Metall, die Komponenten eines Li-Ionen-Akkus sind brennbar, defekte, geladene Lithium-Ionen-Akkus reagieren heftig mit Wasser. Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen sind also unerlässlich. Deutschland hat dieses Problem als erste Automobilnation gelöst: der S400 Hybrid von Mercedes-Benz ist das weltweit erste Serienfahrzeug mit Lithium-Ionen-Akku. Bei der Einführung von Li-Ionen-Akkus im großen Maßstab weltweit sind nicht nur entsprechende Produktionsstätten, sondern auch industrielle Recycling- bzw. Zweitverwertungsverfahren zu entwickeln.
Das Auto wird neu erfunden. Noch wissen wir nicht, welche Lösung schließlich das Rennen machen wird. Sicher ist indes: Sieger wird sein, wer die Standards beherrscht. Die deutsche Automobilwirtschaft will die Kunden nicht wie im Handymarkt mit einem Stecker- und Kabelsalat konfrontieren und hat sich mittlerweile auf europäischer Ebene mit diesem Anliegen durchsetzen können. Normung ist aber auch über den Stecker hinaus nicht nur wettbewerbsentscheidend, sondern wird auch insgesamt die nötige Voraussetzung für den Durchbruch der Elektromobilität. Hier sind die deutschen Hersteller und Zulieferer mit ihrem Know-how automobiler Normung gefragt.
Diesen Herausforderungen nehmen wir uns in Deutschland mit aller Energie an und sind überzeugt, sie zu meistern. Zusätzlich existieren auch externe Einflussfaktoren, die von der Automobilwirtschaft nicht gesteuert werden können.