Die hohe Innovationskraft unserer Ingenieure ist die beste Voraussetzung, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.
Eine gemeinsame Initiative der deutschen Automobilindustrie unter dem Dach des VDA.
Klima- und Umweltschutz im Straßenverkehr sind auch für unsere österreichischen Partner ein wichtiges Thema.
Immer mehr Menschen leben auf unserer Erde. In den vergangenen einhundert Jahren ist die Weltbevölkerung um das Vierfache angestiegen, die Sechs-Milliarden-Marke ist längst geknackt. Jährlich kommen so viele neue Erdenbürger hinzu, wie Deutschland Einwohner hat. Eine Abnahme dieses Bevölkerungswachstums ist bisher nicht abzusehen.
Mit der rasanten Zunahme der Weltbevölkerung steigt auch der globale Verkehr – zu Wasser, zu Land und zur Luft. Immer mehr Güter werden ausgetauscht, immer mehr Menschen sind mit den verschiedensten Verkehrsmitteln unterwegs. Mobilität war und ist seit jeher die Grundlage für Handel und Austausch. Sie fördert wirtschaftliches Wachstum, weltweite Beschäftigung und Wohlstand und ist ein integraler Bestandteil zur Förderung der Europäischen Integration.
Neben einer Steigerung des globalen Güterverkehrs erwarten Experten besonders in Ländern wie China und Indien enorme Zuwachsraten des individuellen Personenverkehrs. Aufgrund dieser absehbaren Entwicklung ist es notwendig, schon heute die Weichen für einen umwelt- und klimaverträglichen Verkehr zu stellen.
Das ist aber nicht nur eine alleinige Aufgabe der Automobilhersteller. Deren Verpflichtung ist es, effiziente und klimaneutrale Fahrzeuge zu bauen. Vielmehr kommt es bereits heute auf eine Effizienzsteigerung des gesamten Verkehrsystems an, um alle Einsparpotenziale aktiv zu nutzen.
Vor allem Staus und Behinderungen belasten unnötig das Klima. 20 Prozent des Kraftstoffverbrauchs im Straßenverkehr werden allein durch Unterbrechungen des Verkehrsflusses verschwendet. Würden diese Behinderungen vermieden, könnten allein auf Deutschlands Straßen jährlich bis zu zwölf Milliarden Liter Kraftstoff und rund 30 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.
Das Verkehrsministerium hat bereits deutlich gemacht, dass ein Ausbau der Verkehrsfläche nicht ins Unermessliche gesteigert werden kann. Deshalb konzentriert sich die Politik auf die sinnvolle Planung von Baustellen und die vermehrte Anwendung einer intelligenten Verkehrsbeschilderung, die Staus anzeigt und Ausweichrouten anbietet.
An diesem Punkt setzt auch die Automobilindustrie an, indem sie in Zusammenarbeit mit der Politik die Potenziale eines elektronischen Informationsaustauschs testet. In Zukunft soll der Fahrer per Navigationsgerät aktuell über Staus, Unfälle oder Baustellen informiert werden. Die Kommunikationsgeräte im Fahrzeug sind mit der Verkehrsleitzentrale, mit Ampeln als auch mit anderen Fahrzeugen vernetzt. Wenn Fahrzeugsensoren zum Beispiel Glatteis auf der Straße feststellen oder das Stauende hinter einer Kurve liegt, kann eine schnelle Warnung an den nachfolgenden Verkehr Unfälle verhindern. Durch Stauinformationen, die von Fahrzeugen an die Verkehrsleitzentralen oder andere Fahrzeuge vermittelt werden, kann die Verkehrslage schnell und präzise analysiert und der Verkehrsfluss verbessert werden. Das verringert den Treibstoffverbrauch und hilft dem Klima. Eine weitere Maßnahme zum Einsparen von Treibstoff und klimaschädlichen Emissionen stellt die Kommunikation zwischen Auto und Ampel dar. Der Fahrer wird über Umschaltphasen der Ampeln informiert und erhält entsprechende Geschwindigkeitsinformationen, sodass er bei Grün fahren kann und lästiges Warten vermieden wird.
Mehrere laufende Testbeispiele in Deutschland zeigen bereits, dass wir neben unserer Fächerstrategie auch auf diesem Gebiet forschen und tüfteln, damit der Anstieg des weltweiten Verkehrs nicht auf Kosten des Klimas geht.
Zusätzlich ist es notwendig, die Verkehrsträger so zu vernetzen, dass eine optimale Klimabilanz entsteht. Die Automobilindustrie setzt sich deshalb für Park-and-ride Parkplätze als auch für das Carsharing ein. Car2go, die neueste Idee der Automobilhersteller, wird gerade in Ulm getestet und ist eine zukunftsweisende Antwort auf den steigenden Verkehr in Ballungsgebieten. Dem Nutzer stehen umweltfreundliche Fahrzeuge jederzeit zur Verfügung, die er nutzen und an ausgewiesen Sammelpunkten wieder abgeben kann.
Darüber hinaus arbeitet die Automobilindustrie weiterhin an der Verbesserung der Sicherheitstechnologien, um Unfällen und damit auch Staus vorzubeugen. Und mit der Fächerstrategie werden Maßnahmen gefördert, die dauerhaft Emissionen und Öl einsparen, ergänzen und am Ende gänzlich ersetzen.
Letztlich liegt es aber auch an den Fahrern selbst, den Verkehr der Zukunft klimafreundlich und sicher zu gestalten. Diverse Anbieter führen Sicherheitsschulungen durch oder veröffentlichen Spritspartipps. Die Deutsche Energieagentur (DENA) geht davon aus, dass die Einsparpotenziale durch umsichtiges Fahren bei etwa 5,9 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr liegen. Doch auch die Unterstützung neuer Technologien führt dazu, dass trotz steigenden Verkehrsaufkommens das Klima weniger belastet wird. Wenn sich die deutsche Fahrzeugflotte, deren Durchschnittsalter mittlerweile bei 8,5 Jahren liegt, um nur ein Jahr verjüngen würde, könnten schon heute 800 Millionen Liter Kraftstoff jährlich eingespart werden.