Sicherheit im Straßenverkehr hat höchste Priorität – deshalb investiert die deutsche Automobilindustrie besonders auf diesem Gebiet in die Entwicklung neuer Konzepte und Technologien.
Der Airbag hat eine überraschende Geschichte hinter sich, die eigentlich schon 1920 beginnt. Damals erwarben die Amerikaner Arthur Hughes Parrott und Harold Round ein Patent für ein Luftkissen, das Flugzeugpassagiere bei einer Kollision vor schweren Verletzungen schützen sollte. Für das Auto adaptierten der Deutsche Walter Linderer und der Amerikaner John W. Hendrik diesen Einfall 1953 mit „einem aufblasbaren Behälter in zusammengefaltetem Zustand, der sich im Falle der Gefahr automatisch aufbläst“.
Ihre Idee ließ sich aber nur sehr schwer umsetzen, sodass sie zum zweiten Mal in einer Schublade landete. 1967 startete Mercedes-Benz dann mit der Entwicklungsarbeit. Nach endlosen Crashtests und Kollisionen war 1980 endlich die richtige Abstimmung zwischen Auslösesensorik, Gasgenerator, Luftsackgewebe und der Unterbringung der neuen Technik im Lenkrad gefunden. In der S-Klasse Baureihe 126 bot Mercedes-Benz den ersten Fahrer-Airbag in Serienfahrzeugen an. 1987 kam der Beifahrer-Airbag dazu, dann der Seitenairbag 1995. Seit 1992 stattete Mercedes-Benz sämtliche Modelle mit einem Airbag aus. Seit 1993 gehört der schützende Luftsack in den USA sogar zur vorschriftsmäßigen Serienausstattung für Neuwagen.
Doch damit ist die Geschichte des Airbags noch lange nicht zu Ende. Forscher arbeiten zum einen an der Individualisierung der Airbags. Ziel ist, dass sich die Luftkissen je nach Gewicht, Größe oder Geschlecht des zu schützenden Insassen unterschiedlich entfalten. Zum anderen forschen die Entwickler an einem Airbag der neuen Generation, der sich nicht im, sondern unter dem Auto befindet. Sekundenbruchteile vor einem Aufprall bläht er sich auf und bremst das Auto so ab.